Aktuelles

9. Oktober 2017
Öffentlicher Vortrag "Was braucht der Mensch am Lebensende"mit Thile Kerkovius
Kath. Gemeindehaus St. Josef in Achern
14. Oktober 2017
Welthospiztag
Thema: „Hospiz ist da wo Menschen sind. Auch bei dir vor Ort.“

Stand am Bauernmarkt in Achern
15. Oktober 2017
10:00 Uhr
Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche in Achern
Vorstellung und Erfahrungsberichte unseres Dienstes
17. Oktober 2017
19:30 Uhr
Öffentliche Veranstaltung im Gemeindezentrum in Kappelrodeck
Vorstellung Kinder- und Jugendhospizdienst Offenburg
22. November 2017
Buß- und Bettag
19:00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst
20:00 Uhr Öffentlicher Vortrag in der Evangelischen Kirche in Kappelrodeck
„Hinterher ist alles anders - Was dürfen wir jenseits des Todes erhoffen“
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Achern (mk). Sieben Pflegeheime aus Achern, dem Acher- und dem Sasbachtal arbeiten nunmehr auf der sicheren Grundlage einer schriftlichen Vereinbarung mit dem ökumenischen Hospizdienst Achern-Achertal verbindlich zusammen. Im Beisein von Pfarrer Joachim Giesler seitens der Kirchengemeinde Achern und Ursula Metz für die evangelische Kirchengemeinde Ottenhöfen/ Kappelrodeck unterschrieben die Vertreter der Pflegeheime zusammen mit Silke Bohnert, Annette Zittel und Manfred Scheurer vom Hospizdienst die Kooperationsvereinbarungen. Zustande gekommen war zum ersten Januar 2017 auch die Fusion der bisherigen Hospizgruppen Achern und Achertal zum gemeinsamen ökumenischen Hospizdienst.  

"Die Zusammenarbeit soll grundsätzlich den Sterbenden in den Heimen und ihren Angehörigen zu Gute kommen", verdeutlichte Silke Bohnert die Aufgaben des von Ehrenamtlichen getragenen Dienstes, der dem Motto folgt „Leben bis zuletzt, Sterben als Teil des Lebens“. Grundlegende Vorschriften für die Hospizdienste hätten die gesetzlichen Veränderungen 2012 und 2015 ebenso gebracht, wie die Verpflichtung zu einer angemessenen und nachgewiesenen Qualität der Begleitung. Könnten die Mitarbeiter des Hospizdienstes generell und grundsätzlich von allen Menschen angefordert werden, so seien auch die Heime für die Beauftragung des Hospizdienstes nach wie vor darauf angewiesen, dass der jeweilige Bewohner, beziehungsweise die vertretungsbefugten Familienangehörigen willens seien, Hospizmitarbeiter für Körper, Seele und Geist der jeweiligen Sterbenden einzubeziehen. "Wir machen sehr gute Erfahrungen mit dem Hospiz, wenn Menschen im Sterbeprozess sind", hatte Martin Maier vom Pflegeheim Erlenbad Dank für die Hospizmitarbeiterinnen. Nicht zuletzt seien Ehrenamtliche des Hospizdienstes in solchen oftmals besonders fordernden Tagen eine wertvolle Entlastung im Heim.

Annette Zittel erläuterte, dass man nach wie vor auf Grundgedanken von Elisabeth Kübler-Ross und Cicely Saunders, der Gründerin des weltweit ersten Hospizes in London im Jahr 1967, arbeite. "Wir wollen verstehen und unterstützen, was Sterbende wollen und brauchen. Es geht immer darum, mehr Lebensqualität zu ermöglichen, unter Umständen auch zu den Möglichkeiten palliativer Medizin zu helfen und nicht zuletzt auch die Angehörigen bestmöglich zu entlasten und so zu einem guten Abschiednehmen beizutragen." Einige Tage Vorlauf brauche man für den ehrenamtlichen Einsatz, ermunterte Manfred Scheurer, sich recht- und frühzeitig im Hospizbüro zu melden. Anders lasse sich der Einsatz kaum bewerkstelligen. Silke Bohnert forderte auf, möglichst frühzeitig den Hospizdienst einzubeziehen. "Je früher unser Angebot angenommen wird, umso besser für die Beteiligten."

Alle Mitarbeitenden, so war auch zu hören, unterliegen grundsätzlich der Schweigepflicht, die Einsätze werden passgenau besprochen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten neben einer ausgezeichneten Ausbildung auch regelmäßige Unterstützung durch ausgebildete Supervisoren. "Wir schenken Zeit. Was wir machen, machen wir nur, wenn der Betreffende das will. Das kann im Einzelfall ein Händedruck, ein Gebet, ein Schweigen, aber eventuell auch ein Spaziergang oder gar eine Fahrt sein“, so Annette Zittel. Nachtwachen seien aufgrund der begrenzten Kapazitäten nur im Einzelfall möglich. "Froh sind wir, wenn wir weitere engagierte Mitarbeiter gewinnen können", ermunterte Silke Bohnert, zum Ehrenamt der ganz besonderen Art.

Pfarrer Joachim Giesler und Ursula Metz, Kirchengemeinderätin aus Kappelrodeck, lobten beim obligatorischen Glas Sekt auf die gute Pflege, das engagierte Tun für die Menschen. "Egal in welcher Phase und in welcher Verfassung - auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds ist uns jeder wichtig, an jedem Tag."