Aktuelles


Meine Liebe wird dich finden

Eine Wanderung für Trauernde
am Samstag, 09. Oktober 2021

„Der Tod beendet das Leben, aber nicht die Liebe“, so schreibt der Trauerexperte Roland Kachler.
Nach dem Unfalltod seines 16-jährigen Sohnes hat er einen neuen Ansatz in der Trauerbewältigung gesucht und gefunden.
Statt den Verstorbenen „loszulassen“ lädt er ein, Schritte zu gehen, die helfen, die Liebe des Verstorbenen so zu bewahren, dass eine liebevolle innere Beziehung entstehen kann und auch wieder Glück erlebt werden darf.
Auf dieser Trauerwanderung zum Buhlbachsee wollen wir seine Rituale und Übungen in kurzen Impulsen vorstellen und so Schritte gemeinsam gehen, die ihnen dabei helfen können, die Liebe zu ihrem Verstorbenen weiterzuleben.

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HINWEISE
Wegstrecke: 8,6 km – 260 Höhenmeter – langsam ansteigend.
Start Parkplatz Hotel Zuflucht, Buhlbachsee, Spaltbächle, Panoramaweg, Lotharpfad und auf dem Westweg zurück zur Zuflucht.

INFOS IN KÜRZE
Termin:
Samstag, 9. Oktober 2021 · 10.00 – 15.00 Uhr
Treffpunkt:
Parkplatz beim Hotel Zuflucht
Teilnehmende:
Menschen in Trauer
Referenten:
Helga Klär und Veronika Decker
Hinweis:
Feste Schuhe und Trittsicherheit erforderlich. Rucksackverpflegung. Am Ende gemeinsame Einkehrmöglichkeit im Hotel Zuflucht nach Wunsch der Gruppe
Anmeldung:
Kirche im Nationalpark,
Tel: 07841 / 668 403 oder
info@kirche-nationalpark-schwarzwald.de
oder Helga Klär 07842 / 994671


Die Trauer dauert viele Jahre

Gespräch mit anderen Trauenden im Trauercafé tut gut

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Trauerbegleiterinnen heißen Menschen nach dem Verlust eines Angehörigen im Trauercafé im evangelischen Gemeindehaus in Achern willkommen: Christine Heim, Isabelle Opfermann, Christiane Bohnert und Judith Wiegert (von links).

Foto: Michaela Gabriel

Achern. Um zwei Tische im Gemeindehaus sitzen elf Frauen und Männer. Vor jedem steht eine Kaffeetasse, vor einigen ein Teller voller Krümel. Was wie ein Kuchennachmittag aussieht, ist in Wirklichkeit ein Trauercafé. Doch auch wenn hier über Verstorbene, ihr Sterben und die Zeit ohne sie gesprochen wird, erklingt immer mal wieder ein befreites Lachen.

„Ich finde es ungerecht, dass mein Mann nicht mehr da ist. Wir wollten so gerne noch ein paar Jahre zusammen haben”, sagt eine Frau. Ihr Mann habe vorgesorgt, sich sein Grab selbst ausgesucht. Die Dame, die ihr gegenüber sitzt, ist jünger. „Ich konnte meinen Mann nicht fragen, wie er beerdigt werden wollte”, sagt sie. Auch der Mann einer dritten Witwe am Tisch habe während seiner Krankheit nie über seine Beerdigung sprechen wollen, wie sie sagt.

Mit einem Seufzer spricht es eine von ihnen aus: „Mein Gott, es muss ja weitergehen.” Doch das sei alles andere als leicht. Nachdem sie wochenlang jeden Tag zu ihrem Mann in eine Klinik nach Freiburg gefahren sei, hocke sie jetzt meistens allein daheim. Ein Witwer am Tisch bedauert, dass er nicht gut kochen könne, denn das habe immer seine Frau gemacht. Sie und die gemeinsamen Mahlzeiten fehlen ihm.

Das neue Trauercafé des ökumenischen Hospizdienstes Achern-Achertal sei eine der seltenen Gelegenheiten, mit Menschen zu reden, die ebenfalls trauern, sind sich die Gäste einig. Mit den eigenen Kindern falle das schwer. „Meine Kinder leiden auch, aber sie können es nicht ausdrücken und machen es mit sich selber aus”, sagt eine Teilnehmerin. „Die Kommunikation über den Tod ist mit meinen Söhnen schwierig. Irgendwie fehlt ihnen die Empathie”, sagt eine andere.

Im Trauercafé können solche Sätze ausgesprochen werden, ohne das ein Außenstehender davon erfährt. „Es tut mir sehr gut hier. Mir sind auch die Tränen gekommen. Daheim kann ich nicht weinen und meinen Bekannten will ich die Gefühle nicht zumuten”, macht eine Dame in der Schlussrunde deutlich. Ein Herr bedankt sich bei den ehrenamtlichen Trauerbegleiterin, die mit am Tisch saßen: „Ich finde hier Erleichterung, es geht mir besser.” Und das Beste sei, so sagt es eine Frau: „Wir konnten auch mal lachen zusammen und haben nicht nur Trauriges beredet.”

Acht bis zwölf Trauernde aus der Region von Renchen bis Bühlertal kamen zu den ersten Terminen des neuen Trauercafés im evangelischen Gemeindehaus in Achern. Mindestens drei Trauerbegleiter heißen sie dort willkommen. Kaffee, kalte Getränke und Kuchen sind umsonst, die Teilnahme ist spontan möglich und kostet nichts.

„Hier erfahren die Menschen, dass es normal ist, jemanden auch noch nach Jahren schrecklich zu vermissen”, erklärt die erfahrene Trauerbegleiterin Isabelle Opfermann. Das sei für viele befreiend, die von ihrer Umwelt vermittelt bekämen, dass nach einem Jahr der Trauer alles wieder normal laufen müsste. Wenn sie anderen Trauernden begegnen, werde ihnen klar, dass ihre Gefühle in Ordnung sind.

Christine Heim aus Önsbach absolviert gerade eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin, die vom Hospizdienst Achern-Achertal finanziert wird. An zwei intensiven Wochenenden habe sich ihre Einstellung zum Tod bereits verändert. Sie habe auch gespürt, dass sie die Trauer um ihre eigene Mutter nicht gelebt, sondern eher verdrängt habe. Jetzt lerne sie, wie man einen Verlust tatsächlich verarbeiten könne.

Das nächste Trauercafé in Achern findet am Samstag, 25. September, um 14.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Martinstraße 9 statt. Über weitere Angebote für Trauernde wie das Trauerwandern informiert Judith Wiegert vom Hospizdienst Achern-Achertal unter der Telefonnummer 07841 21391.
Internet: www.hospizdienst-achern.de


Jedes Schicksal wird genau angeschaut

Hospizgemeinschaft Ortenau berät in Klausurtagung über den Umgang mit dem Todeswunsch von Menschen

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Achern/Kappelrodeck. Menschen zum Thema Suizidbeihilfe zu beraten, das können sich die Mitglieder der Hospizgemeinschaft Ortenau nicht vorstellen. „Solche Beratungsstellen sollten mit Fachleuten besetzt, aber nicht an Hospizdienste angegliedert werden“, sagte Dorothea Brust-Etzel als Sprecherin der Hospizgemeinschaft Ortenau am Ende eines Klausurtages zum Thema Suizidbeihilfe am Freitag in Kappelrodeck.

„Wir sind für Menschen am Lebensende und für ihr Umfeld da. Sie finden bei uns ein offenes Ohr und Hilfe.” Das sei allen Hospizvereinen und -diensten von Achern bis Lahr und von Kehl bis ins obere Renchtal gemeinsam. Der Grundgedanke der Begründerin der Hospizbewegung, Cicely Saunders, sei ihnen wichtig. Sie sagte, sie werde alles dafür tun, dass „Menschen nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können“.

Forderung nach mehr Pallativ-Versorgung

Dazu gehöre es, flächendeckend eine palliative Versorgung von Sterbenden aufzubauen, so dass das Lindern von Leiden am Lebensende selbstverständlich wird, so Dorothea Brust-Etzel. Sie ist seit 20 Jahren in der Hospizarbeit tätig und leitet die ambulante Hospizarbeit des Caritasverbandes Kinzigtal. Dass jede betroffene Familie kostenlos Unterstützung erfahren könne, das sei noch gar nicht überall bekannt, stellte Silke Bohnert, Koordinatorin des Hospizdienstes Achern-Achertal, fest. Fast jeder der elf Teilnehmer des Klausurtages war schon mit der Frage konfrontiert, ob er oder sie bei einem Suizid assistieren würden. Ihnen sei die Freiheit wichtig, individuell und nicht pauschal mit dieser Frage umgehen zu können, hieß es.

Der Umgang mit Sterbehilfe könne nicht einheitlich sein. Jedes Schicksal und jeden Sterbewunsch müsse man genau anschauen und versuchen, Lösungen anzubieten.

„Oft spielt der Wunsch nach dem Tod keine Rolle mehr, wenn einem Menschen die Schmerzen genommen werden“, so die Erfahrung von Manfred Scheurer vom Hospizdienst Achern-Achertal. Für ihn käme es nicht in Frage, bei einer Selbsttötung zu helfen, wie er sagte.

Damit liegt er auf einer Linie mit der Katholischen Kirche, deren Haltung die Pastoralreferentin Katja Grohmann aus Offenburg vorstellte. Anfang und Ende des Lebens seien der Verfügung des Menschen entzogen, weil sie von Gott bestimmt würden, sage die Kirche. Daraus folge, dass der Tod nicht herbeigeführt werden sollte.

Dem Bundestag liegen Gesetzentwürfe vor

Das Bundesverfassungsgericht hat dagegen im Jahr 2020 erklärt, dass es grundsätzlich ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben gebe. Es hat das 2015 vom Bundestag beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufgehoben. Aktuell liegen dem Bundestag Gesetzentwürfe vor, die das Recht auf einen selbstbestimmten Tod absichern und die Hilfe zur Selbsttötung straffrei möglich machen sollen.

Flächendeckende Beratungsstellen für diese Fragen sind vorgeschlagen. „Wir möchten diese staatliche Leistung nicht übernehmen“, hieß es am Ende der Tagung der Ortenauer Hospizgemeinschaft.


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Hospizdienst erhält Spende von Adventskalender

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Am 22.6.2021 fand die offizielle Spendenübergabe von 11.000 € aus dem Erlös des Adventskalenderverkaufs des Rotary Clubs Achern-Bühl statt.

Zur Spendenübergabe trafen sich die Präsidentin des Rotary Clubs Achern-Bühl Elisabeth Beerens und die Leiterin des ökumenischen Hospizdienstes Achern-Achertal Silke Bohnert in den Räumen des Hospizdienstes.

Mit der Spende unterstützt der Rotary Club Achern-Bühl die Trauerarbeit, die sich als zusätzliche Aufgabe aus der eigentlichen Hospizarbeit, der Begleitung Sterbender, entwickelt hat. Das gespendete Geld diente der Ausbildung ehrenamtlicher Trauerbegleiter und stellt ein Angebot an Hinterbliebene dar. Es gibt feste Trauergruppen, ein monatliches Trauercafé, eine monatliche Trauerwanderung und natürlich die individuelle Trauerbegleitung. Alle Angebote werden gut angenommen.

Wichtig ist den Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes die individuelle Begleitung, da sowohl in der Trauerarbeit aber auch in der Hospizarbeit immer auf die persönlichen Bedürfnisse eingegangen wird. Der Erfolg zeigt sich in den durchweg positiven Rückmeldungen.

Der Rotary Club Achern-Bühl ist froh durch die Spende die Trauerarbeit nachhaltig sicherstellen zu können.
Gerne können Sie sich unter www.hospizdienst-achern.de oder telefonisch unter 07841-21391 über die neuen Trauerangebote informiern.


Wenn ich gehe geht's

Romano Guardini

Eine Wanderung für Trauernde
am Freitag, 25. Juni 2021

Trauer ist wie eine Bergbesteigung. Wir beginnen im Tal und müssen uns langsam in unserem individuellen Tempo nach oben arbeiten bis wir für uns wieder eine neue Lebensperspektive erkennen können. Eingeladen sind Menschen, die um einen anderen trauern. Die etwas anspruchsvollere Wanderung wollen wir immer wieder unterbrechen für Impulse und auf Wunsch auch für Gesprächsbegleitung durch qualifizierte TrauerbegleiterInnen. Dabei lassen wir uns genügend Zeit zum Gehen, schweigen und reden.

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HINWEISE
Feste Schuhe und Trittsicherheit erforderlich. Rucksackverpflegung mitbringen. Gehzeit ca. 3 Std. Wir gehen bei jedem Wetter (außer Gewitter)

ZEIT
10:00 – 16:00 Uhr
TREFFPUNKT
St. Michael am Mummelte vor der Kapelle (B500)
TEILNEHMER
Menschen in Trauer, max. 15 Personen
ANMELDUNG
Direkt online auf der Homepage www.kirche-nationalpark-schwarzwald.de · Telefon 07841 668403
REFERENTEN
Helga Klär, Veronika und Ralf Decker und weitere TrauerbegleiterInnen (Kirche im Nationalpark) · Tel. 0170 1528051



Meine Liebe wird dich finden

Eine Wanderung für Trauernde
am Samstag, 10. Oktober 2020

"Der Tod beendet das Leben, aber nicht die Liebe", so schreibt der Trauerexperte Roland Kachler. Nach dem Unfalltod seines 16-jährigen Sohnes hat er einen neuen Ansatz in der Trauerbewältigung gesucht und gefunden. Statt den Verstorbenen "loszulassen" lädt er ein, Schritte zu gehen, die helfen, die Liebe des Verstorbenen so zu bewahren, dass eine liebevolle innere Beziehung entstehen kann und auch wieder Glück erlebt werden darf. Auf dieser Trauerwanderung zum Buhlbachsee wollen wir seine Rituale und Übungen in kurzen Impulsen vorstellen und so Schritte gemeinsam gehen, die ihnen dabei helfen können, die Liebe zu ihrem Verstorbenen weiterzuleben.

HINWEISE
Feste Schuhe und Trittsicherheit erforderlich. Rucksackverpflegung. Am Ende gemeinsame Einkehrmöglichkeit im Hotel Zuflucht (Mittagessen). Wegstrecke 8km, 270 Höhenmeter in einem Stück steil ansteigend

ZEIT
9:00 – 14:00 Uhr
TREFFPUNKT
Parkplatz (Bushaltestelle) beim Hotel Zuflucht (L92)
TEILNEHMER
Menschen in Trauer, max. 15 Personen
ANMELDUNG
Direkt online auf der Homepage www.kirche-nationalpark-schwarzwald.de · Telefon 07841 668403
REFERENTEN
Helga Klär, Veronika und Ralf Decker und weitere TrauerbegleiterInnen (Kirche im Nationalpark) · Tel. 0170 1528051


Beauftragung neuer ehrenamtlicher HospizbegleiterInnen

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Im katholischen Gemeindezentrum Kappelrodeck konnte der ökumenische Hospizdienstes Achern – Achertal 12 neue ehrenamtliche HopizbegleiterInnen aus der Ortenau aussenden.

Unter der Leitung von Brigitte Wörner und dem Ökumenischen Hospizdienst Achern-Achertal wurden in 80 Stunden und einem einwöchigen Praktikum auf einer Palliativstation oder in einem Hospiz Inhalte wie Biographie Arbeit, Selbstpflege und Datenschutz, Kommunikation, Sterberituale, Besuche eines Bestatters, Umgang mit Schwerstkranken, Sterbenden und Ihre Familie, Netzwerkarbeit, Trauer u.a.m vermittelt. Die Ausbildung dauerte ein Jahr und umfasst 6 Abende und 5 Kurssamstage.

Das Leben so Brigitte Wörner wurde aus einem anderen Blickwinkel kennengelernt; alle haben sich auf den Weg gemacht, von der Hospizgruppe Rheinau (1), Oberes Renchtal (3), Hospizdienst Oberkirch (2) und dem Ökumenischen Hospizdienst Achern-Achertal (6).

In der von Erika Maier am Klavier begleiteten und von Fr. Gisela Ehrhardt Gemeindereferentin der Seelsorgeeinheit St. Nikolaus Achertal geleiteten Beauftragungsfeier stellten sie den Psalm 139 in den Mittelpunkt „Herr; du hast mich erforscht und kennst mich, leite mich auf dem Weg der Ewigkeit“. In Ihrer Ansprache ging Sie auf die Schätze ein, welche vergehen – doch Jesus spricht von dem Schatz welcher nicht vergeht. Er ist im Herzen und wird dem Himmel zugeordnet. Kostbare Worte, Herz und Schatz – wir sollen uns Schätze der Zuwendung sammeln – und ja, Sie sorgen sich um die Menschen werden so zur Sorge gegen die Dunkelheit. Gut dass Du da bist. „Von allen Seiten umgibst du mich“ in welchem der Psalm 139 vertont wurde klang musikalisch nochmals die Zusage, dass Gott ständig bei uns ist.

Im Einzelsegen und der persönlich gesprochenen Beauftragung wurde jeder neuer Hopizbegleiter namentlich aufgerufen. Diese sind Bohnert Cornelia, Eckerle Erika, Fuchs Ursula, Huber Ulrike, Höll Andrea, Leins Christina, Lehmann Renate, Marx Martina, Rösch Viktor, Schindler Tanja, Schnöder Rositta und Wimmer Natalie.

Eine gelbe Rose und ein Licht, welches vielleicht entzündet werden kann nach einer Begleitung, überreichte Silke Bohnert und Annette Pfliehinger.
Silke Bohnert dankte am Ende Brigitte Wörner für die Kursleitung und Ihr Engagement für die Hospiz- und Trauerarbeit mit einem Blumenstrauß.
Der Abend klang mit Sekt, Getränken und einen kleinen Imbiss gemütlich aus.

Die nächste öffentliche Veranstaltung des ökumenischen Hospizdienstes Achern –Achertal findet am Buß- und Bettag in der evangelischen Kirche Kappelrodeck am 20.11.2019 um 20.00 Uhr mit einer Lesung mit Prof. Dr. Albert Biesinger von de Universität Tübingen zum Thema satt. Der Eintritt ist frei.


Großes Interesse am ersten Kurs in "Letzter Hilfe"

Achern. Erstmals vermittelte der ökumenische Hospizdienst Achern-Achertal Grundwissen rund um die Begleitung Schwerkranker und sterbender Menschen.

Im Gemeindehaus St. Josef in Achern fanden sich dazu zahlreiche Interessierte ein und ließen sich von einer Geschichte über einen Sterbenden in den Bann ziehen. 

Silke Bohnert vom Hospizdienst brachte einen leeren Reisekoffer mit. „Was ist zu tun, wenn es nichts mehr zu tun gibt?”, fragte sie. Sie stellte den Hospizdienst Achern-Achertal und eine Begleitung durch geschulte ehrenamtliche Hospizbegleiter vor. Die Palliativ-Pflegefachkraft Kerstin Schoch vom Ortenau-Klinikum Brückenpflege berichtet vom Beratungs- und Betreuungsdienst für Patienten mit Tumorerkrankungen in Palliativ-Situationen, der rund um die Uhr erreichbar ist.

Mit eingebunden wurde Hausärztin Barbara Kowollik-Schneider, die aufklären und das Nachdenken über eine Umstellung der Therapie in Gang bringen kann. Sobald palliative Ziele in den Mittelpunkt gestellt würden, könne auch der Wunsch aufkommen zu Hause zu sterben. Mit einer guten Symptom-Kontrolle ist das meist auch möglich. 

Im Lauf des Abends wurde deutlich, dass es ein umfangreiches Hilfesystem gibt und wie man es in Anspruch nehmen kann. Die Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) beispielsweise kommt zu den Schwerkranken nach Hause, unterstützt den Hausarzt, begleitet die Familie und gibt Sicherheit bei der fortschreitenden Krankheit. 

Palliativ-Arzt Horst Gaiser erläuterte die Möglichkeiten des Palliativ-Teams Ortenau, das mit seinen Leistungen unter anderem das Budget des Hausarztes entlastet. Er erklärte auch körperliche Vorgänge im Sterben. Beim Thema „Ernährung am Lebensende” wurde deutlich, dass ein reduziertes Trinkverhalten Teil des Sterbeprozesses und nicht Ursache für das Sterben ist.

Die Palliativ-Station des Josefskrankenhauses in Offenburg wurde von Schwester Elisabeth Huber einfühlsam vorgestellt. Ihr Team sehe oft nur Teile des Sterbeprozesses, da Schwerstkranke häufig nach Hause möchten, um zu Sterben. Melanie Friedrich vom Haus Maria Frieden, dem einzigen Hospiz im Ortenaukreis, sprach Zeichen und Symptome am Lebensende an. Es gebe oft ein Aufblühen vor dem Sterben, wenn viele Medikamente abgesetzt würden, und auch eindrückliche Veränderungen eines Menschen kurz vor seinem Tod.

Der Abend endete mit dem Beitrag über das Trauern und Hilfen in der Trauer von Gabriele Bögershausen. Der Trauer eine Heimat zu geben ist ihr Ansatz. Das sei in Trauergruppen und Einzelgesprächen möglich. Aber es falle nicht leicht, Hilfe anzunehmen, wusste die Trauerbegleiterin. Es gelte nach dem Verlust eines geliebten Menschen wieder in das „andere Leben“ zurückzufinden. Die Zeit der Trauer bestimme jeder Mensch für sich selbst.

Jeder Referent legte ein Symbol für seine Hilfen in den Reisekoffer. In der anschließenden Diskussion konnten die Teilnehmer des ersten Letzte-Hilfe-Kurses in Achern bei den Fachleuten nachfragen. Das wurde auch reichlich genutzt. Manfred Scheurer vom Hospizdienst Achern-Achertal dankte allen Akteuren mit einem Weinpräsent.

Das nächste Angebot des ökumenischen Hospizdienstes Achern-Achertal ist ein Ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Kappelrodeck am Mittwoch, 20. November, um 19 Uhr. Daran schließt sich eine Lesung des Theologie-Professors Albert Biesinger aus dem im Kösel-Verlag erschienenen Buch „Gibt es ein Leben nach dem Tod?” an. Er liest Antworten von Forschern, die sie so einfach formuliert haben, dass auch Kinder sie verstehen können. 


Kurs:

"Letzte Hilfe – Am Ende wissen wie es geht"

7. November 2019 · 18:00 Uhr · Kath. Gemeindehaus St. Josef, Kirchstraße 23-1

Eine Veranstaltung des ökumenischen Hospizdienstes Achern-Achertal in Kooperation mit der PTO/SAPV-Team Ortenau, der Brückenpflege Ortenau, der Palliativstation Offenburg, dem Hospiz Offenburg und Ärzten.

"Stellen Sie sich vor, Sie sind unheilbar krank, sterbend, einsam, in tiefer Trauer
oder ein Angehöriger befindet sich in seiner letzten Lebensphase –
alles ist still und leer
…..und dann fängt sie jemand auf!"

Erster Kurs in „Letzter Hilfe” in Achern

Hospizdienst Achern-Achertal vermittelt Grundwissen rund um die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen

Achern. „Erste Hilfe” lernt jeder Führerschein-Anwärter, damit er weiß, wie er Verletzten helfen und vielleicht sogar Leben retten kann. „Letzte Hilfe” dagegen ist bisher wenig bekannt. Dabei geht es darum, einem Menschen am Ende seines Lebens zu helfen. Am 7. November um 18 Uhr findet dazu ein Kursabend im Gemeindehaus St. Josef in Achern neben der katholischen Kirche in der Kirchstraße statt.

„Die Betreuung und Begleitung Schwerkranker und sterbender Menschen sollte nicht allein Fachkräften vorbehalten bleiben”, sagt Silke Bohnert, die Leiterin des Ökumenischen Hospizdienstes Achern-Achertal. Die Palliativ Care Fachkraft weiß aus ihrer Berufserfahrung mit Sterbenden, das viele gern bis zum Ende zu Hause bleiben möchten. Doch die Unsicherheiten, die ihre Angehörigen damit verbinden, sind groß.

Deshalb bietet der Hospizdienst Achern-Achertal in Zusammenarbeit mit dem Palliativ-Team Ortenau und dem Hospiz Maria Frieden in Offenburg erstmals einen Kurs in „Letzter Hilfe” für jedermann an. Er dauert mit Pause rund drei Stunden und trägt den Untertitel „Am Ende wissen wie es geht”. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es wird um Spenden für den Hospizdienst Achern-Achertal gebeten.

Wer teilnimmt, wird von mehreren Fachleuten mit den Hilfen vertraut gemacht, die es am Lebensende gibt: ehrenamtlich tätige Hospizhelfer, ambulante Pflegedienste, Brückenpflege und spezielle Palliativ-Versorgung. Sie können in Anspruch genommen werden, wenn ein Angehöriger eine unheilbare Erkrankung hat und seine Lebenserwartung begrenzt ist.

Was Brückenpflege bedeutet und was das Palliativ-Team Ortenau leistet, das erklärt Oberarzt Horst Gaiser vom Palliativ-Team Ortenau. Der Palliativ-Mediziner hat das Konzept für Kurse in „Letzter Hilfe” aus Bayern in die Ortenau mitgebracht. Der allererste Kurs in „Letzter Hilfe” im Ortenaukreis fand im Juni in Lahr statt und hatte rund 60 Teilnehmer hatte.

Die niedergelassene Ärztin Barbara Kowollik aus Achern wird die Rolle des Hausarztes bei der Begleitung Schwerkranker zu Hause beschreiben. Melanie Friedrich vom Haus Maria Frieden, dem einzigen Hospiz im Ortenaukreis, spricht Zeichen und Symptome am Lebensende an. Erläutert werden auch die Möglichkeiten von ambulanten Hospizdiensten und von Palliativ-Stationen in Kliniken.

Doch neben den professionellen Diensten können auch die Angehörigen einem Kranken zur Seite stehen. „Wir wollen zeigen, was Angehörige und Freunde tun können”, so Silke Bohnert. Der Kurs endet mit einem Beitrag über das Trauern und Hilfen in der Trauer von Trauerbegleiterin Gabriele Bögershausen und der Beantwortung von Fragen durch die Experten.


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ökumenischer Hospizdienst Achern-Achertal

Kirchstraße 25 · 77855 Achern

Telefon: 07841 21391
Telefax: 07841 6844592

Homepage: www.hospizdienst-achern.de

E-Mail: info@hospizdienst-achern.de

Bankverbindung:
Kath. Pfarrgemeinde Achern · Hospizdienst

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